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Wie lässt sich die Reichweite eines elektrischen Leichtkraftfahrzeugs erhalten?

Die Reichweite ist ein wichtiges Kriterium bei der Wahl eines elektrischen Leichtkraftfahrzeugs, insbesondere im Hinblick auf die Verfügbarkeit von Lademöglichkeiten und die benötigte Ladezeit. Fahrer können jedoch selbst dazu beitragen, die vom Hersteller angegebene Reichweite bestmöglich zu nutzen, indem sie einige bewährte Empfehlungen beachten.

Welche Reichweite bietet ein elektrisches Leichtkraftfahrzeug?

Angegebene oder tatsächliche Reichweite?

Je nach Modell geben die Hersteller elektrischer Leichtkraftfahrzeuge Reichweiten von etwa 50 bis 170 km an. Die im Alltag tatsächlich erreichbare Reichweite kann jedoch je nach Nutzung variieren.

Die Hersteller ermitteln diese Werte in der Regel anhand des WMTC-Zyklus, eines standardisierten Prüfverfahrens, das typische Fahrbedingungen abbildet. Straßenprofil, Außentemperatur, Fahrweise oder die Nutzung von Heizung und anderen elektrischen Ausstattungen können den Energieverbrauch der Batterie beeinflussen.

Eine Reichweite, die von der Batteriekapazität abhängt

Ähnlich wie die Batterie eines Smartphones besteht die Batterie eines Elektrofahrzeugs in der Regel aus Lithium-Ionen-Zellen. Dank ihrer hohen Energiedichte und guten Ladeleistung ist diese Technologie leistungsfähiger als eine Bleibatterie und ermöglicht längere Fahrstrecken. Entscheidend für die Reichweite eines elektrischen Leichtkraftfahrzeugs ist daher vor allem die in Kilowattstunden, kurz kWh, angegebene Batteriekapazität.

Abhängig von den Fahrbedingungen kann eine 4-kWh-Batterie eine Reichweite von bis zu etwa 60 km ermöglichen. Mit 6 kWh sind rund 80 km, mit 8 kWh bis zu 120 km und mit einer Hochleistungsbatterie von 9 bis 11 kWh noch größere Reichweiten möglich.

Dies gilt beispielsweise für die Ligier Myli und die JS50. Mit ihrer 11,04-kWh-Batterie erreichen sie eine theoretische Reichweite von bis zu 164 km gemäß WMTC-Zyklus.

Motorisation électrique Ligier

Welche Faktoren beeinflussen die Reichweite eines elektrischen Leichtkraftfahrzeugs?

Alterung der Batterie

Die Reichweite eines elektrischen Leichtkraftfahrzeugs kann mit zunehmendem Alter der Batterie zurückgehen. Wie schnell ihre Ladekapazität abnimmt, hängt unter anderem von der Batterietechnologie, der Nutzung, den Ladegewohnheiten und den Umgebungstemperaturen ab. Der Gesundheitszustand der Batterie wird als SoH bezeichnet, kurz für „State of Health“. Ein hoher SoH-Wert bedeutet, dass die Batterie noch einen großen Teil ihrer ursprünglichen Kapazität besitzt. Eine schonende Nutzung und geeignete Ladegewohnheiten können dazu beitragen, ihre Leistungsfähigkeit möglichst lange zu erhalten.

Straßen- und Wetterbedingungen

Je nach Steigung benötigt das Fahrzeug unterschiedlich viel Energie. Bergauffahrten beanspruchen die Batterie eines elektrischen Leichtkraftfahrzeugs stärker. Bei Bergabfahrten kann dagegen durch die Rekuperation ein Teil der Energie zurückgewonnen werden. Auch Gegenwind erhöht den Fahrwiderstand und damit den Stromverbrauch. Bei niedrigen Temperaturen kann die verfügbare Reichweite ebenfalls sinken, da die Batterie weniger effizient arbeitet und zusätzliche Energie für die Beheizung des Innenraums benötigt wird.

Nutzung des Fahrzeugs

Häufiges und starkes Beschleunigen erhöht den Energieverbrauch und reduziert die Reichweite eines elektrischen Leichtkraftfahrzeugs. Auch die Nutzung von Heizung, Klimaanlage und anderen elektrischen Ausstattungen belastet die Batterie. Darüber hinaus spielt das Fahrzeuggewicht eine Rolle. Ein Beifahrer, Gepäck oder schwere Einkäufe erhöhen die benötigte Energie und können die im Alltag erreichbare Reichweite verringern.

Unsere Tipps zur Erhaltung der Reichweite eines elektrischen Leichtkraftfahrzeugs

Die Batterie optimal laden

Entscheidend ist, den Gesundheitszustand der Batterie zu erhalten. Dafür empfiehlt es sich, den Ladezustand nach Möglichkeit zwischen 20 und 80 % zu halten. Die Batterie sollte weder regelmäßig vollständig geladen noch bis zur vollständigen Entladung genutzt werden.

Kürzere, regelmäßige Ladevorgänge sind daher häufig sinnvoll. Langsames Laden kann zudem die Wärmeentwicklung begrenzen, die den Verschleiß der Batterie beschleunigen kann. Nach einer längeren Fahrt empfiehlt es sich, vor dem Laden kurz zu warten, damit die Batterie abkühlen kann. Dies trägt dazu bei, ihre Lebensdauer zu verlängern und den SoH-Wert zu erhalten.

Vorausschauend und gleichmäßig fahren

Eine dynamische Fahrweise beansprucht den Antrieb stärker und erhöht den Energieverbrauch eines elektrischen Leichtkraftfahrzeugs. Dadurch verringert sich die mögliche Reichweite.

Halten Sie Ihre Geschwindigkeit möglichst konstant und vermeiden Sie häufiges starkes Beschleunigen und Bremsen. Eine sanfte, flüssige und vorausschauende Fahrweise reduziert den Energieverbrauch und vermeidet eine unnötige Erwärmung des Antriebs.

Das Fahrzeug unter geeigneten Bedingungen nutzen

Idealerweise wird ein elektrisches Leichtkraftfahrzeug in einer Garage oder an einem geschützten Stellplatz abgestellt. So ist die Batterie im Sommer vor großer Hitze und im Winter vor niedrigen Temperaturen geschützt. Gleichzeitig muss weniger Energie für das Aufwärmen des Fahrzeugs aufgewendet werden.

Auch eine regelmäßige Nutzung ist empfehlenswert. Wird ein Elektrofahrzeug über längere Zeit nicht gefahren, kann sich die Batterie allmählich entladen. Beachten Sie bei längeren Standzeiten die Lade- und Lagerungsempfehlungen des Herstellers.

Ausstattungen zur Optimierung der Reichweite

Klimaanlage und Innenraumheizung können die Reichweite der Batterie deutlich beeinflussen. Weniger energieintensive Ausstattungen lassen sich gezielt einsetzen, um den Komfort zu erhalten und den Verbrauch zu begrenzen.

Dazu gehören je nach Modell und Ausstattung eine optionale Sitzheizung sowie eine optionale beheizbare Windschutzscheibe.